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Archive for November 2011

Dass die Höhlen der schwäbischen Alb ein künstlerisches Zentrum des Jungpaläolithikums waren ist schon länger bekannt. Insbesondere der Fund der ‚Venus vom Hohle Fels‘ hat die Höhle in der Nähe Schelklingens bei Ulm ins Rampenlicht befördert.

Weniger bekannt ist jedoch dass bereits 1998 im Hohle Fels Fragmente einer Wandbemalung gefunden wurden und in den Jahren 2009 und 2010 auch vier bemalte Steine. Diese stammen allerdings nicht wie die figürliche Elfenbeinkunst aus dem Aurignacien (ca. 40.000 bis 30.000 Jahre v. Chr.) sondern aus dem Magdalénien (ca. 18.000 bis 12.000 v. Chr.).

Nun sind die magdalénienzeitlichen bemalten Steine erstmalig zusammengetragen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Vom 10.11. bis zum 29.01.2012 können die Steine sowie weitere Funde aus den altsteinzeitlichen Höhlen der Schwäbischen Alb in einer Sonderausstellung des Universitätsmuseum Tübingen im Schloß Tübingen bestaunt werden.

Bemalte Kalksteinbrocken vom Hohle Fels. Copyright: Maria Malina, Universität Tübingen

Auch wenn die Kalksteinbrocken nur wenige Zentimeter groß sind, enthalten sie doch einiges an Informationen. So hat die seit vielen Jahren an der Uni Tübingen arbeitende Grabungstechnikerin Maria Malina durch Experimente herausgefunden wie die Farbe, welche mit Holzstückchen (die als Stempel benutzt wurden) aufgetragen wurde, zusammengesetzt ist. Es handelte sich um eine Mischung aus Hämatit, Rötel und kalkhaltigem Wasser. Auch wenn mittlerweile einiges über die Technik dieser Malereien bekannt ist, liegt die Interpretation insbesondere solcher abstrakten Kunst weiterhin im Dunkeln. Ebenso unbekannt ist, warum es in Mitteleuropa keine magdalénienzeitlichen Felsmalereien wie etwa die in den frankokantabrischen Höhlen gibt.

Weitere Infos über die Ausgrabungen am Hohle Fels finden sich hier; sowie Berichte andere Grabungen unter der Leitung von Prof. Conard auf dessen Homepage.

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