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Archive for Oktober 2011

Ungefähr 9 km südlich von Hohhot befindet sich der Wang Zhaojun Museumskomplex mit dem Han-zeitlichen Grabhügel, dem sogenannten ‚Grünen Grab‘. Angeblich bleibt der 33 m hohe Grabhügel grün auch wenn das darum herumwachsende Gras im Winter vergilbt.

Grabhügel der Wang Zhaojun

Wang Zhaojun war die Konkubine (in Wartestellung) des Han-zeitlichen Herrschers Yuan. 33 v. Chr. wurde sie aus politischen Gründen mit dem Anführer der Hunnen, Chanyu Huhanye, verheiratet. Damals war sie gerade mal 17 Jahre alt. Unzählige Gedichte, Novellen und Dramen wurden über Wang Zhaojun und ihre Reise und ihr Schicksal im fremden Land der Barbaren einen lebenden Tod zu erdulden. Auf der anderen Seite der Mauer, in der Inneren Mongolei, sah man das wohl etwas anders, denn es gibt zahlreiche Abbildungen wo sie glücklich an der Seite ihres Mannes ausreitet.

Wang Zaojun und Chanyu Huhanye

Ob der Grabhügel tatsächlich das Grab der Wang Zhaojun beinhaltet weiß man allerdings nicht; es wurde bisher nicht ausgegraben.

Wer mehr Bilder der Außenanlage sehen will, kann noch einige auf meinem anderen Blog anschauen.

 Viel interessanter sind aber das Museum für die Xiongnu Kultur (Hunnen) sowie ein weiteres kleines Museum mit meist Replikas von typischen Grabbeigaben aus der Zeit Wang Zhaojuns. Die Originale sind unter anderem im Museum der Inneren Mongolei in Hohhot zu sehen.

Querschnitt durch einen Grabhügel mit Grabkammer
Doppelgefäß mit Pferdeverzierung
Plaquette mit Füchsen (Teil des Pferdegeschirrs)
Bestandteile eines Pferdegeschirrs zu Bestattungszwecken
Eagle-shaped gold crown from the Xiongnu grave in Hangjinqi, Inner Mongolia

Das größere Museum für die Xiongnu Kultur dagegen zeigt Objekte von Gräbern über Felskunst zu Waffen nomadischer Hunnen der Inneren Mongolei.

Museum für Xiongnu Kultur (Hun Heritage Museum)

Die Eingangshalle wird von den lebensgroßen Figuren der Wang Zhaojun und ihres Gatten Chanyu Huhanye sowie verschiedener anderer Personen in typischen Kostümen der Epoche:

Eingangsbereich des Xiongnu Heritage Museums

1979/80 wurde in Maoqing Gully in der Nähe der Stadt Ulanqabs ein Friedhof der westlichen Han Dynastie gefunden. Es handelte sich um 81 Gräber mit reicher Ausstattung an Schmuck, Bronzewaffen und -geräte, Eisenwaffen, sowie Pferdegeschirr und Knochen von Rind, Pferd und Schaf. Auf dem Bild ist z. B. die bronzene Gürtelschnalle und der Bronzedolch sehr schön zu sehen.

Grab aus dem Maoqing Gully Friedhof (Westliche Han Dynastie)

Die Mandela Felsbilder sind eine Gruppe von ca. 4600 Felsgravierungen die auf einer Fläche von 18 km² verteilt sind. Hier eine Jagdszene; der Jäger hat sein Pferd dabei. Diese Darstellung soll aus der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen (720-481 v. Chr.) oder der Zeit der streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) stammen.

Kopie eines Felsbildes aus dem Mandela Gebirge, Alxa Bund, Innere Mongolei

Wie wichtig das Pferd für die Xiongnu Bevölkerung war, wird immer wieder hervorgehoben. Hier ein Detail eines Pferdegeschirres:

Teil eines Pferdegeschirres, Han Dynastie

Diese Tiger und Kamel Plaquette war ebenfalls Bestandteil eines Pferdegeschirres:

Plaquette aus einem Pferdegeschirr, Han Dynastie (Kopie)

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